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Prof. Dr. Stefan Kopp, Universität Bielefeld

Künstliche Intelligenz und Robotik

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Künstliche Intelligenz (KI) ist das neue Zauberwort in der Digitalisierung. Selbststeuernde Software steckt in vielen Geräten, Maschinen und Robotern. Manche Experten befürchten, dass Maschinen bald klüger sind als Menschen und uns gefährlich werden könnten. Wir sprachen zu dem Thema mit Univ.-Prof. Dr.-Ing. Stefan Kopp, technische Fakultät / AG Kognitive Systeme und soziale Interaktion der Universität Bielefeld.

Herr Prof. Kopp, Künstliche Intelligenz (KI) ist das neue Zauberwort in der digitalen Welt. Was versteht man eigentlich darunter?

Es ist der Versuch, menschliche Intelligenz auf Software zu übertragen, so dass damit getriebene Rechner, Maschinen oder Roboter eigenständig arbeiten können und sogar durch Lernen besser werden. Bei klassischer Software müssen Programmierer den Algorithmus vollständig durchdenken und mit mathematischen Regeln formulieren. Maschinen machen dann nur das, was der Code ihnen vorgibt. Bei Künstlicher Intelligenz übernehmen Maschinen jedoch Aufgaben, die Menschen eher intuitiv lösen. Dazu gehört z. B. die Erkennung von Mustern wie Gesichter, Sprache oder Krankheiten. Solche Programme werden mit jeder gesammelten Erfahrung immer besser. Daher werden sie mit Daten trainiert.  

Warum erlebt Künstliche Intelligenz aktuell so einen Aufschwung?

Die KI-Forschung gibt es schon seit Jahrzehnten. Doch erst in den letzten Jahren sorgen zwei Entwicklungen für diesen Boom. Zum einen benötigt KI zum Lernen riesige Datenmengen, die erst durch Google, Facebook & Co. verfügbar geworden sind. Zum anderen erfordert maschinelles Lernen superschnelle Rechner.

Wohin geht die Entwicklung? Ersetzen KI und Roboter bald die Menschen?

In manchen Bereichen ja, in anderen eher langsam. Dort, wo es in den Betrieben einfache und schematische Tätigkeiten gibt, werden Arbeitsplätze zunehmend wegfallen. In der Produktion und Logistik passiert das schon seit vielen Jahren. Zukünftig stärker betroffen sein werden die klassische Sachbearbeitung in der Verwaltung von Unternehmen und Dienstleistungen. 

Sie selbst beschäftigen sich an der Universität Bielefeld mit der Mensch-Maschine-Kommunikation. Was heißt das genau?

Roboter und Menschen arbeiten zukünftig nicht nur in der Produktion enger zusammen, sondern auch im sozialen Bereich. In Japan ist es z. B. schon gang und gäbe, dass Roboter an der Hotelrezeption stehen oder in der Pflege eingesetzt werden, dort sowohl zum Heben und Tragen als auch als sozialer Kommunikationspartner. Für Japaner hat auch die Materie eine Seele. Das ist in Deutschland noch verpönt. Das Gespräch mit Robotern wird noch eher als Täuschung gesehen. Im Rahmen des EU-weiten Forschungsprojektes L2TOR arbeiten wir interdisziplinär mit Informatikern, Pädagogen und Sprachwissenschaftlern zusammen. So haben wir z. B. einen Roboter entwickelt, der mit Kindergartenkindern Fremdsprachen lernt. Das klappt erstaunlich gut.

Setzen Sie dabei auch humanoide Roboter ein, die auch äußerlich dem Menschen ähneln?

Nein, noch nicht. Es gibt weltweit schon viele humanoide Roboter, die sogar menschliche Regungen wie Freude, Trauer und Wut in ihren Gesichtszügen nachzuahmen versuchen. Das ist jedoch noch grenzwertig, da sehr schnell der sogenannte "Uncanny-Valley-Effekt" einsetzen kann. Wenn Roboter noch nicht hundertprozentig dem Menschen ähneln, kann es schnell passieren, dass sich Menschen vor ihnen wie vor einem Zombie fürchten. Das unheimliche Tal oder der Gruselgraben ist dann schnell erreicht. 

Ist Deutschland bei der künstlichen Intelligenz eigentlich gut aufgestellt?

Im Augenblick schon. Viele Spitzenpositionen bei den Technologiegiganten aus den USA werden durch deutsche Expertinnen und Experten besetzt. Auch die deutsche Forschung und viele Startups müssen sich nicht verstecken. Allerdings investieren Länder wie China und die USA deutlich mehr in Künstliche Intelligenz.

Kontakt zu Prof. Dr. Stefan Kopp

Copyright Text: www.best-practice-show.de

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