Best Practice regional

Industrie 4.0 im Mittelstand

SmartFactoryOWL – die Forschungsfabrik in Ostwestfalen-Lippe

Alexander Kuhn

Die SmartFactoryOWL ist ein 2016 gegründetes rund 800 qm großes Versuchslabor für Industrie 4.0 an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo. Neben der Hochschule, speziell dem Institut für industrielle Informatik, gehört das Fraunhofer IOSB-INA (Anwendungszentrum Industrial Automation) zu ihren Trägern. Die SmartFactoryOWL bieten dem regionalen Mittelstand eine offene Forschungsfabrik und damit handfeste Praxislösungen. Wir sprachen mit Alexander Kuhn, Geschäftsstelle SmartFactoryOWL in Lemgo.

Herr Kuhn, ist die SmartFactoryOWL eigentlich eine solitäre Lösung?

Nein, wir können auf ein bundesweites Netzwerk auf unterschiedlichen Ebenen zurückgreifen. So ist das Fraunhofer Institut deutschlandweit an namhaften Hochschulstandorten vertreten. Auch die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe kooperiert mit anderen Hochschulen in unterschiedlichen Arbeitskreisen. Zudem gibt es mit www.its-owl.de ein Technologienetzwerk in der Region, das als übergeordnetes Kompetenzzentrum das Marketing und bundesweite Förderprojekte in der Region OWL koordiniert.

Welche Leistungen bieten Sie dem regionalen Mittelstand in OWL?

Unsere Leistungen basieren auf drei Säulen: (1) Lehre, (2) Projekte und (3) Transfer und Demonstrationen. In der Lehre profitieren unsere Studierenden und damit die Fachkräfte von morgen direkt von der Smart Factory. Zudem haben wir ein umfassendes Weiterbildungsangebot für die regionale Wirtschaft. Im Rahmen unserer Projekte arbeiten wir mit Unternehmen bilateral oder - bundesweit gefördert - mit mehreren Unternehmen zusammen. Beim Transfer können Unternehmen von unserem Quick Check mit anschließenden Förderprojekte profitieren.

Was genau verstehen Sie unter einem Quick Check?

Mittelständische Unternehmen aus der Region kommen dann in unsere Forschungsfabrik und informieren sich an unseren Demonstrationsstationen. Anschließend füllen Sie mit uns einen Fragebogen aus. Diese Daten vergleichen wir dann mit unserer Benchmarking-Datenbank. Daraus ergeben sich in der Regel eine Vielzahl von Optimierungspotenzialen. In einem nächsten Schritt suchen wir mögliche Fördermittel aus, um die Umsetzung zu finanzieren. Diese Förderangebote sind sehr vielschichtig und individuell zu betrachten. So können Kleinunternehmen auch Förderraten von mehr als 50 Prozent in einem bestimmten Projektbudget wahrnehmen. Auf unserer Website gibt es auch einige Beispiele für bilaterale Projekte, die Unternehmen in direkter Korrespondenz mit der TH OWL und/oder dem Fraunhofer Institut gemeinsam durchgeführt haben.

Unternehmen, die ihre Produktion smarter gestalten möchten, benötigen Fachkräfte. Sind Ihrer Meinung nach eher Maschinenbauer mit Informatikkenntnissen oder Informatiker mit Maschinenbaukenntnissen besser dafür geeignet?

Das kommt auf die Branche und die Aufgabenstellung bzw. den Zugang zu der Thematik an. Beim Retrofitting z. B. geht es darum, die Daten aus älteren Maschinen über Sensoren auszulesen, um damit überhaupt erst die Grundlage für die Vernetzung zu schaffen. Für diese Aufgabe können sich Ingenieure, die die Maschinen kennen und verstehen, besser eignen. Geht es dagegen um Themen wie Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz haben Informatiker Vorteile, da es sich um einen starken und reinen Informatikbereich handelt. Grundsätzlich wird es in Zukunft keine klassischen stereotypischen Abgrenzungen von Berufsbildern geben, da sich in den kommenden Jahren Aufgaben und Prozessbeschaffenheiten grundlegend verändern werden.

Wir bedanken uns für das Gespräch Herr Kuhn.

Copyright Text: www.best-practice-forum.de 

Partner

SmartFactoryOWL

Alexander Kuhn
Campusallee 3
32657 Lemgo

Fon: +49 5261 94290-60

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