OWL aktuell

Ergonomie und Design im Einklang

Michael Kläsener, Sedus Stoll AG

Michael Kläsener, Ergonomieexperte, Sedus Stoll AG, im Gespräch mit mittelstand-ostwestfalen.de

Herr Kläsener, bevor wir zu unserem Thema kommen, erläutern Sie uns doch bitte, wie die Büromöbelmarke Sedus nach Ostwestfalen kam.

Die Firma gibt es bereits seit 1871, die heutige Marke „Sedus“ seit 1958. Unser jetziger Stammsitz ist Dogern am Hochrhein. Unser Standort Geseke in Ostwestfalen ist 2002 aus dem Zusammenschluss mit der früheren Gesika Büromöbelwerk GmbH entstanden, die dann 2008 in Sedus Systems GmbH umbenannt wurde. Seitdem können wir als ursprünglicher reiner Bürostuhlhersteller auch das komplette Büromöbelsortiment anbieten. In Geseke haben wir eine moderne Büromöbelfabrik und einen großen Showroom.

Sie haben bei Sedus jahrelang als Designer gearbeitet, bevor Sie auf Ihr jetziges Spezialgebiet „Ergonomie“ gekommen sind. Wie wichtig ist Design und wie läuft der Produktentwicklungsprozess bei Sedus?

Design und Ergonomie bildet für uns eine Einheit. Das eine kommt ohne das andere nicht aus. In der Produktentwicklung arbeiten wir mit drei internen Designern und fallweise mit externen Impulsgebern. In den kreativen Prozess sind unsere Entwicklungsabteilung, Designer und Produktmanager eingebunden. Interdisziplinäre Teams sind ein wichtiger Erfolgsfaktor. Hinzu kommt, dass der gesamte Entwicklungsprozess bei uns voll digitalisiert ist. Wir setzen schon seit vielen Jahren moderne 3-D-Software ein. Kleine Prototypen erstellen wir mit 3D-Druckern, größere mit unserer CNC-Fräsmaschine. Erst nach umfassenden Tests und Qualitätsprüfungen kommen unsere Produkte auf den Markt.

Wie wichtig ist die ergonomische Gestaltung von Bürostühlen und -möbeln?

Bürostühle müssen nicht nur gut aussehen, sondern auch nach den neuesten ergonomischen Erkenntnissen gestaltet sein. Deshalb arbeiten wir seit vielen Jahren mit Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen, aktuell mit Prof. Bengler, Lehrstuhl für Ergonomie an der TU München. Menschen sind für langes Sitzen nicht geschaffen. Wir sind von der Anlage her Bewegungsmenschen. Deshalb legen wir großen Wert darauf, dass Mitarbeitende ganzheitlich informiert werden. Langes Sitzen ist genauso schlecht wie langes Stehen. Häufige Positionswechsel und Bewegung zwischendurch tun dem Rücken gut. Bei der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung müssen aber auch Faktoren wie Licht, Klima, Lärm und visuelle Belastungen berücksichtigt werden.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Ideen beim Kunden auch umgesetzt werden?

Zum einen schauen wir uns die Arbeitsplätze unserer Kunden genau an und informieren über richtiges Sitzen und Bewegungsmöglichkeiten. Zum anderen setzen wir im Vertrieb auf Ergonomie spezialisierte Fachhändler. Auf unserer Website www.sedusergoplus.de finden Sie nicht nur unsere ergonomischen Informationen für Kunden, sondern auch unsere Händler in Ihrer Nähe.

Alle Welt spricht im Moment von New Work? Setzen Sie als Büromöbelanbieter auch auf diesen Trend?

Durch die Digitalisierung verändert sich auch die Arbeitswelt. Technologieunternehmen aus dem Silicon Valley haben den Trend gesetzt. Büros werden nun auch in Deutschland immer bunter, offener und kreativer. Start-up-Flair ist in. Büromöbel passen sich diesen Entwicklungen immer auch an. Beim reinen Schlagwort „New Work“ darf es jedoch nicht bleiben. Notwendig ist auch eine offene Kommunikationskultur. Wenn es z. B. gemütliche Lounge-Bereiche auf der Bürofläche gibt, die für Meetings oder zum informellen Austausch auch über Abteilungen und Hierarchien hinweg genutzt werden, dann darf das nicht von anderen als faules Rumsitzen angesehen werden. In unseren Showrooms gibt es übrigens zahlreiche gelungene Beispiele für smarte Büros.

Wir bedanken uns für das Gespräch, Herr Kläsener.

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02.07.2020

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