OWL aktuell

IdeenTriebwerk – Kreativraum für Produktinnovationen in OWL

Daniel Röltgen, Fraunhofer IEM, Paderborn

Daniel Röltgen, Gruppenleiter Innovationsmanagement, Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM, Paderborn, im Gespräch mit mittelstand-ostwestfalen.de

Herr Röltgen, als Leiter des Themenfelds Innovationsmanagement am Fraunhofer IEM in Paderborn sind Sie auch für das neue IdeenTriebwerk verantwortlich. Was ist das?

Das IdeenTriebwerk haben wir Mitte 2019 als Kreativraum für Produktinnovationen eröffnet Auf rund 220 m² für bis zu 60 Personen bieten wir mittelständischen Unternehmen aus der Region eine kreative Infrastruktur, um abseits des hektischen Betriebsalltags in Ruhe über Innovationen und Strategien nachzudenken und mit spannenden Formaten konkrete Lösungen zu entwickeln.

Warum ist das Fraunhofer IEM Träger des IdeenTriebwerks?

Das Fraunhofer IEM in Paderborn ist Experte für den Entwurf und die Entwicklung intelligenter technischer Systeme der Zukunft – von der Idee bis zum Markterfolg. Ohne digitale Innovationen läuft auf diesen Fachgebieten nichts mehr. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, nicht nur ihre Produktion und Geschäftsprozesse zu digitalisieren, sondern auch neue smarte Produkte, Geschäftsmodelle und Services zu entwickeln. Innovationen sind also unser Fokus. Insofern ist das IdeenTriebwerk eine ideale Arbeitsumgebung für uns und unsere Partner.

Für welche Unternehmen ist das IdeenTriebwerk gedacht?

Unseren Kreativraum nutzen zum einen große Mittelständler aus Ostwestfalen wie Miele, denen wir partnerschaftlich über mehrere Initiativen (z. B. it‘s OWL) verbunden sind. Zum anderen ist unser IdeenTriebwerk auch für kleinere Unternehmen geeignet, die sich selbst so eine kostenintensive Infrastruktur nicht leisten können und Innovationen auch mal ungestört außerhalb der eigenen Räumlichkeiten entwickeln möchten. Und genau dort sehen wir unsere Mission: Wir richten uns überwiegend an mittelständische Unternehmen des ostwestfälischen Maschinen- und Anlagenbaus. Wir verstehen uns weniger als Inkubator für Startups, wenngleich wir mit vielen Gründerinitiativen aus Ostwestfalen-Lippe kooperieren.

Bieten Sie Unternehmen auch eine inhaltliche Unterstützung?

Ja, das gehört in der Regel zu unserem Gesamtangebot dazu. Nur in Ausnahmefällen kommt es vor, dass wir unser IdeenTriebwerk als reine Event-Location vermieten. Meistens gestalten wir das Format organisatorisch und inhaltlich mit. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler begleiten dann digitale Innovationsprozesse als Moderatoren, Impulsgeber oder Technologieexperten. Wir unterscheiden dabei zwischen der Digitalisierung von Produktionssystemen und Geschäftsprozessen innerhalb eines Unternehmens auf der einen und der Digitalisierung der Marktleistung in Form von smarten Produkten und Services auf der anderen Seite. Daraus entsteht konzeptionell eine 4x4-Strategiematrix. Unser Fokus im IdeenTriebwerk liegt dabei auf der Digitalisierung der Marktleistung, das heißt der Entwicklung von intelligenten Maschinen und Geräten (Internet der Dinge) sowie smarten Services.

Wie gehen Sie bei Ihren Innovationsprojekten genau vor?

Wir begleiten mittelständische Unternehmen entlang des gesamten Entwicklungsprozesses von der Idee bis zum Markterfolg. Das fängt bei der Potenzialanalyse an, geht über die Ideenfindung und den Prototypenbau bis hin zur Entwicklung von Geschäftsmodellen. Dabei haben wir viele verschiedene Formate – von gemeinsamen Veranstaltungen mit Partnern wie it’s OWL oder Digital in NRW, über offene Schulungen hin zu maßgeschneiderten Seminaren und Projekten für das einzelne Unternehmen.

Was ist eigentlich ein Corporate Makeathon, den Sie in Ihren Broschüren ja speziell bewerben?

Ein Corporate Makeathon ist ein besonderer Innovationsworkshop, in dem mehrere interdisziplinäre Teams eine konkrete Innovationsaufgabe in kurzer Zeit bearbeiten und ihre Lösungen dann in einem Wettbewerb (Pitch) präsentieren. Der Begriff „Makeathon“ setzt sich dabei zusammen aus Making und Marathon. Es geht also zum einen darum, in kurzer Zeit möglichst viel zu erreichen. Zum anderen legt ein Makeathon den Fokus auf das gemeinsame Machen, also das Umsetzen bzw. „Greifbar-Machen“ der gefundenen Ideen in iterativen Zyklen. Mit Teamarbeit, neuen Methoden, einer rasanten Zeitplanung und einer großen Portion Spaß hat so schon manches Unternehmen ganz neue Erfolg versprechende Ideen entwickelt.

Welche Vorteile haben Corporate Makeathons sonst noch?

Corporate Makeathons eignen sich zum Beispiel auch zur Personalrekrutierung. Wenn mittelständische Unternehmen z. B. mit Studierenden kooperieren, können potenzielle Kandidatinnen und Kanditen gut in mehrtägigen Live-Situationen beobachtet werden. Das ist realer als jedes Assessment-Center. Oder man organisiert einen Makeathon als Teamevent für die eigene Belegschaft. Neben dem Teambuilding-Effekt entstehen dann – ganz nebenbei – spannende neue Konzepte und Ideen für den Arbeitsalltag.

Wir bedanken uns für das Gespräch, Herr Röltgen

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02.07.2020

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