Praxisbeispiele

Maschinelle Übersetzungen

DeepL, Köln

Besser zu sein als Google, das muss man erst einmal schaffen. DeepL, dem jungen Unternehmen aus Köln, gelingt das offenbar mit seinem maschinellen Translator für viele Sprachen.

Seit 2017 im Markt

Seit einiger Zeit sorgt Gründer Jaroslaw Kutylowski mit seinem Unternehmen DeepL SE aus Köln für Furore. Sein maschineller Übersetzer von Texten der wichtigsten Fremdsprachen soll besser sein als die Konkurrenzprodukte der großen Tech-Unternehmen wie Google Translator oder Microsoft Translator. Die Übersetzungssoftware ist seit August 2017 im Markt und wurde seitdem kontinuierlich verbessert. Sie basiert auf Künstlicher Intelligenz und dem Prinzip der neuronalen Netze. Crawler spüren im weltweiten Web verfügbare Übersetzungen auf und trainieren damit die Software. Mittlerweile dienen auch die von Kunden in der Kostenlosversion eingestellten Texte als Trainingsgrundlage. 

DeepL ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und soll heute bereits über 200 Mitarbeiter/innen beschäftigen. Die Server und Superrechner des Unternehmens stehen u.a. in Island, auch weil es dort kühl ist und die Energiepreise niedriger sind als in Deutschland. Der Wettbewerbsvorsprung zu Marktführern wie Google wächst auch durch neue Features. So kann man mit der App in der Apple-Welt bereits Texte mit der Kamera scannen und direkt übersetzen lassen. Die Software erkennt mittlerweile auch Texte, die auf Fotos erscheinen. 

Geschäftsmodell

Wie bei so vielen Digitalunternehmen gibt es bei DeepL eine kostenlose Basisversion. Sie können dort drei Texte pro Monat bis zu einer Länge von 5.000 Zeichen übersetzen lassen. Daneben gibt es mit DeepL Pro ein Abo-Modell mit Preisen von 5,99 Euro pro Monat und Nutzer bis hin zu 39,99 Euro pro Monat. Unternehmen können auch eine spezielle Version mit Schnittstellen in die eigene Firmensoftware nutzen. DeepL hat nach eigenen Angaben weltweit bereits über 155.000 Kunden.

Interessant ist auch, dass DeepL mit https://www.linguee.de auch ein frei nutzbares und gut frequentiertes Online-Wörterbuch für Englisch anbietet und darüber auch potenzielle Kunden für alle kostenpflichtigen Angebote generiert.

Kritik

Je perfekter maschinelle Übersetzungssoftware wird, desto überflüssiger werden menschliche Dolmetscher. Der Traum der Tech-Welt ist ein maschineller Live-Übersetzer im persönlichen Gespräch, dann würden das babylonische Sprachwirrwarr in der Welt und die Notwendigkeit zum Lernen von Fremdsprachen wegfallen. Auch diese Version wird bereits mit den Sprach-Inears von Waverly Labs aus New York Wirklichkeit.

Website: https://www.deepl.com/translator 

Copyright Text: www.best-practice-forum.de 

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