27.02.2018

Unternehmensnachfolge

Übergabe rechtzeitig organisieren

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In rund 27.000 deutschen Unternehmen stehen pro Jahr nach Angaben des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn Entscheidungen zur Unternehmensnachfolge an. Damit der Übergang der unternehmerischen Führung reibungslos klappt, sollten Sie frühzeitig mit der Planung und Umsetzung einer Nachfolgeregelung beginnen.

Geplante Nachfolge

  1. Zunächst ist zu klären, ob Sie das Unternehmen im Eigentum der Familie belassen oder an Dritte verkaufen möchten. Im ersten Fall stellt sich die Frage nach dem neuen Unternehmer: Soll es jemand aus der Familie oder eine fremde Führungspersönlichkeit sein? Soll eine Person allein oder eine Gruppe die Führung übernehmen? Suchen Sie die Kriterien für die Auswahl Ihres Nachfolgers sorgfältig aus, schließlich wird der Erfolg des Unternehmens in seinen Händen liegen. Legen Sie bereits grob fest, wann Sie ausscheiden möchten. Vergessen Sie nicht Ihre persönlichen Bedürfnisse: Welches sind Ihre Pläne für die Zukunft? Besitzen Sie ausreichende finanzielle Mittel?
  2. Etwa drei bis fünf Jahre vor der eigentlichen Übergabe treffen Sie dann verbindliche Entscheidungen und vorbereitende Maßnahmen. Fragen Sie Ihren Wunschnachfolger, ob er oder sie bereit ist, die Position einzunehmen. Bei einer positiven Antwort vereinbaren Sie gemeinsam die Spielregeln und einen Projektplan für die Übergabe. Der Wechsel will gut organisiert sein. Außerdem müssen Sie Ihren Nachfolger einarbeiten, eine Verantwortungsübernahme ohne Vorbereitung wird scheitern. Planen Sie Anpassungen und Änderungen in der Führungsmannschaft Ihres Unternehmens. Welche Strukturen sind darüber hinaus zu modifizieren? Achten Sie darauf, dass Sie rechtlich verbindliche Vereinbarungen treffen - auch mit Familienmitgliedern -, um sich vor bösen Überraschungen zu schützen. Zu diesem Zeitpunkt können Sie auch beginnen, über die steuerlich optimale Gestaltung der Nachfolge nachzudenken.
  3. Sollte eine Nachfolge innerhalb der Familie nicht realisierbar sein, bietet sich der Verkauf von Anteilen an Ihr Management (MBO – Management Buy-Out) oder an externe Führungskräfte (MBI – Management Buy-In) an. Fragen Sie Ihre Hausbank nach passenden Finanzierungslösungen. Auch für die Wiederanlage der Verkaufserlöse sollten Sie Vermögensmanagementexperten hinzuziehen.
  4. Nach der Übergabe müssen Sie Ihre Führungsverantwortung Schritt für Schritt abgeben. Gleichzeitig kann Ihr Nachfolger beginnen, das Unternehmen in der gewünschten Weise anzupassen und gegebenenfalls neu auszurichten. Dabei müssen Sie akzeptieren, dass dieser in Gesprächen und anderen Situationen nicht mehr als Mitarbeiter, sondern als gleichberechtigter Geschäftspartner auftritt. Dies schließt auch ein, dass er bei bestimmten Themen anderer Meinung ist als Sie. Für beide Beteiligten ist das kein einfacher Rollenwechsel, deshalb sollten Sie sich darauf vorbereiten, auch andere Entscheidungen zu akzeptieren.

Ungeplante Nachfolge - Notfall

Wenn Sie durch Unfall oder Krankheit plötzlich ausfallen oder sogar sterben, ist Ihr Unternehmen in Gefahr. Bereiten Sie daher einen schriftlichen Notfallplan vor. Einen sogenannten Notfallordner, der Sie bei der Aufbereitung der Fragestellungen unterstützt, erhalten Sie gegen eine geringe Schutzgebühr bei der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford eG. Darin sollten Sie festhalten, wie Sie sich selbst gegen Berufsunfähigkeit absichern, wer Ihr Unternehmen vertretungsweise leiten kann, wer es im Fall Ihres Todes erbt und wovon Ihre Familie für eine Übergangszeit leben kann. Stellen Sie auch eine Vollmacht für Ihren Vertreter aus, falls Sie einmal handlungsunfähig werden sollten. Viele versäumen dies und riskieren damit eine Insolvenz ihres Unternehmens mit z.T. großen Auswirkungen für die Hinterbliebenen.

Für weitere Fragen stehen Ihnen unsere Finanzexperten gerne zur Verfügung.

Volksbank Bad Oeynhausen-Herford eG

Jörg Kemminer
Prokurist / Direktor Firmenkundenbetreuung
Werrestraße 67
32049 Herford

Fon: 05221 2801-1282
Fax: 05221 2801-1555

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