05.02.2018

Flexible Preisstrategien

Dynamic Pricing im digitalen Zeitalter

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Auch bei ihren Preisstrategien sind die US-Internetgiganten wie Amazon führend. Sie passen die Produktpreise auf ihren Plattformen dynamisch an den aktuellen Marktbedarf an, in Spitzenzeiten bis zu 100 Mal pro Woche für einzelne Produkte. Aber auch Hotels, Fluggesellschaften und der stationäre Handel gestalten ihre Preisstrategien zunehmend individuell und in Echtzeit. So werden die Gewinne maximiert.

So funktioniert Dynamic Pricing

Ohne Big Data, Algorithmen und künstlicher Intelligenz in Online-Shops ist eine dynamische Preisgestaltung nicht möglich. So nutzen Fluggesellschaften bei ihren Berechnungen z. B. neben der aktuellen Nachfrage auch die Preisdaten und die Lieferfähigkeit der Wettbewerber sowie andere Faktoren wie saisonale Gegebenheiten (z. B. Ferienzeiten), Tageszeiten (z. B. Spitzenpreise am Abend), Wetter und die zeitliche Nähe zum Abflugdatum. So kann es sein, dass Preise kurz vor Abflug mal günstiger und mal teurer sein können als bei Buchung zehn Wochen vorher.

Immer wichtiger wird bei der Preisgestaltung von Online-Händlern auch das Kundenprofil. Kunden, die sich auf der eigenen Online-Plattform einloggen oder Cookies akzeptieren, können bei Ihrer Reise durch die Internetwelt verfolgt werden. Ihre digitalen Spuren werden verdichtet und zu einem Profil zusammengeführt.

  • Bei Uber hat man z. B. festgestellt, dass Kunden umso mehr zu zahlen bereit sind, je leerer ihre Smartphone-Akkus sind.
  • Nutzern, die über die Startseite des eigenen Online-Shops eine eigene Produktseite anklicken, bekommen häufig höhere Preise angezeigt, als diejenigen, die z. B. über Preisvergleichsportale kommen.
  • Wer vom Smartphone auf eine Produktseite gelangt, lässt Eile vermuten, so dass die angezeigten Preise höher sein können als beim Surfer am Desktop-Rechner.
  • Nutzer von Apple-Geräten werden mitunter als kaufkräftiger angesehen und sehen höhere Preise als andere Interessenten.

Diese hier nur exemplarisch aufgeführten Faktoren werden in der Praxis meist kombiniert, so dass komplexe und selbst lernende Algorithmen notwendig sind. Dafür gibt es am Markt bereits zahlreiche Softwarelösungen.

Rechtlicher Rahmen

Die deutsche Preisangabenverordnung (PAngV) lässt eine individuelle Preisgestaltung zu, solange sie nicht diskriminierend ist. Außerdem muss sichergestellt sein, dass das Produkt zum individuell eingeblendeten Preis tatsächlich zu kaufen ist. Grenzen für die dynamische Preisgestaltung ergeben sich beim Datenschutz. So dürfen personengebundene Daten nur nach ausdrücklicher Einwilligung des Nutzers gesammelt werden. Die Trackingsysteme werden dann schnell wertlos, auch dann, wenn User z. B. AdBlocker einsetzen.

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