02.02.2019

Visionäre Unternehmensführung

Zukunftsbilder als Strategiegrundlage

© F8studio - adobe.stock

„Es ist unsere Aufgabe zu lesen, was noch nicht geschrieben wurde“. Dieses Zitat von Steve Jobs beschreibt zutreffend, über welche Gaben erfolgreiche Unternehmer/innen verfügen müssen. Sie haben die Kraft, sich Zukunftsbilder vorzustellen, die ihr gesamtes unternehmerisches Handeln leiten. So hatte Steve Jobs bereits frühzeitig das Bild eines tragbaren Computers vor Augen. Auch Mark Zuckerberg, Larry Page oder Jeff Bezos treibt ein klares unternehmerisches Zukunftsbild an (z. B. Informationen allen zugänglich machen, Menschen weltweit miteinander vernetzen). Visionen vermitteln jedoch nicht nur strategische Ziele, sondern auch Werte im Umgang mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und der Gesellschaft im Allgemeinen. Vor allem im digitalen Zeitalter benötigen Sie ein Zukunftsbild für Ihr Unternehmen. Es gibt Ihnen und Ihren Führungskräften Orientierung.

Entwicklung von Visionen

Versuchen Sie zunächst, sich Ihre unternehmerische Vision ins Bewusstsein zu rufen. Visionen entstehen meist aus der Kombination von persönlicher Leidenschaft und dem nur dem Visionär sichtbaren Fehlen vorhandener Marktlösungen. Visionen kann man nicht erzwingen. Sie gelangen nicht selten außerhalb des alltäglichen operativen Geschäfts, nicht selten auch zufällig ins Bewusstsein. Saugen Sie alle Informationen auf, die auch links und rechts von Ihrem Kerngeschäft liegen. Steve Jobs war z. B. ein Grenzgänger, der Technik, Designkunst und den Zen-Minimalismus in unnachahmlicher Art miteinander verband. Marc Zuckerberg hat Psychologie im Nebenfach studiert und Jeff Bezos von Amazon ist ein Bücherwurm.

Das Finden von Visionen ist ein kreativer Akt. Deshalb sollten Sie zu Anfang keine Einschränkung hinsichtlich dessen berücksichtigen, wie die entstehende Vision später in die Praxis umgesetzt werden soll. Vergessen Sie zunächst Hindernisse jeglicher Art. Dadurch beschränken Sie Ihre Kreativität und erhalten nur wenige Alternativen. Lassen Sie alle Möglichkeiten und Gedanken zu. Später können Sie immer noch die nicht machbaren Ideen aussortieren.

Die Vision weitergeben

  • Wenn Sie ein deutliches Zukunftsbild Ihres Unternehmens vor Augen haben, informieren Sie Ihre engsten Führungskräfte und später auch ihre Mitarbeiter darüber. Dabei ist es sehr hilfreich, wenn Sie Ihre Vorstellungen bildhaft umsetzen können. Zumindest sollten Sie sie recht plastisch und verständlich präsentieren. Sie selbst müssen von Ihrer Vision überzeugt sein. Ihre Begeisterung und Ihr Enthusiasmus für die Sache müssen sich auf Ihre Mitarbeiter übertragen.
  • Wenn Ihnen das gelingt, schaffen Sie eine intrinsische Motivation, das heißt, die Beweggründe für engagiertes Arbeiten entstehen in den Beschäftigten selbst. Sie haben Ihre Werte internalisiert und fühlen sich nicht "gegängelt". Visionen können auch in der Gruppe entwickelt werden (z. B. nach der bekannten Methode des Design Thinking). Sie sorgt dafür, dass sich Ihre Mitarbeiter gleichberechtigt fühlen, was wiederum zu einer verstärkten Motivation führen kann. Außerdem stellen Sie die Unternehmensvision so auf eine breitere Basis. Das erfolgreiche Apple-Design ist z. B. immer in der Industrial Design Gruppe um den britischen Stardesigner Jony Ive entstanden.

Gefahren der visionären Führung

Visionäre können leicht den Blick für die Realität verlieren, wenn sie sich an ihren eigenen Vorstellungswelten berauschen. Führungskräfte können ihnen dann gedanklich nicht mehr folgen. Sie gelten als Spinner. Es ist daher immer wichtig, Bodenhaftung zu behalten und die Umsetzung in machbaren Schritten anzugehen.

Andererseits können Visionäre auch Grenzen sprengen. Legendär ist z. B. das Reality Distortion Field, eine Art Kraftfeld, das Steve Jobs um seine Mitstreiter und Zuhörer aufbaute. Es war seine charismatische Art, Besessenheit und Liebe zum Detail, die auch das Unmögliche in kurzer Zeit ermöglichte. Elon Musk, Gründer von Paypal und Tesla, ist ein weiteres Beispiel, dass Visionen, Pragmatismus und eiserner Wille Berge versetzen können. Diese Eigenschaften sind es u. a. auch, die der bekannte Investor Peter Thiel in seinem Buch "Zero to One" eindrucksvoll beschreibt.

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