03.09.2019

Wirtschaftlichkeits- und Rentabilitätsprüfung

Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand

industrieblick - stock.adobe

Viele mittelständische Unternehmen müssen in den nächsten Jahren erheblich in die Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse und Produkte investieren. Valide Investitionsrechnungen sind dafür notwendig. Auch sind bisherige Geschäftsmodelle und Produkte im Hinblick auf ihre Wirtschaftlichkeit und Rentabilität auf den Prüfstand zu stellen. Für die Überprüfung ihrer IT, Investitionsrechnungen, Wirtschaftlichkeit und Rentabilität sind Wirtschaftsprüfer mit ihrer Kompetenz, Erfahrung und ihrem neutralen Blick ideale Partner. 

Investitionsrechnung

Große Investitionen in Software, Roboter, Maschinen und Produktentwicklungen werden durch klassische Investitionsrechnungen auf ihre Vorteilhaftigkeit hin überprüft. Sie basieren auf der international anerkannten Kapitalwertmethode, die auch bei der Bewertung von Unternehmen angewandt wird. Dabei werden die Auszahlungen und Einzahlungen aller Investitionsalternativen und -szenarien über einen Planungshorizont mit einem Risikozinssatz auf die Gegenwart abgezinst. Der englische Begriff dafür ist Discounted-Cash-Flow (DCF). 

Return-on-Investment

Der klassische buchhalterische Weg einer Investitionsrechnung ist die Berechnung des Return-on-Investment (ROI). Diese Renditegröße sagt aus, wie sich das eingesetzte Kapital im Verhältnis zum Gewinn (Gewinn / Kapital x 100) verzinst. Renditen lassen sich für einzelne Wertpapier-, Anlage- oder Unternehmensinvestitionen, aber auch für einzelne Geschäftsbereiche und Gesamtunternehmen ermitteln. Die Gesamtkapitalrendite eines Unternehmens wird berechnet mit der Formel: Gewinn + Fremdkapitalzinsen / Gesamtkapital x 100. Etabliert hat sich die Verwendung des Kennzahlensystems „Return on Investment“ (ROI) nach DuPont, bei der zunächst die Kennziffern Umsatzrentabilität und Kapitalumschlag ermittelt werden.

  • Die Umsatzrentabilität (Gewinn / Umsatz x 100) informiert Sie über den Anteil des Gewinns am Umsatz und gibt damit Auskunft über die erzielten Margen. Sie spiegelt die operative Stärke des Unternehmens am Markt wider. Die Umsatzrentabilität nach Steuern deutscher Unternehmen liegt mit durchschnittlich drei Prozent unterhalb des in den angloamerikanischen Ländern üblichen Wertes von sieben Prozent. Da die Umsatzrentabilität jedoch das Unternehmenskapital nicht berücksichtigt, ist sie als alleinige Kenngröße zur Messung des Unternehmenserfolges nicht geeignet.
  • Deshalb wird als zweite Kenngröße der Kapitalumschlag (Umsatz / Kapital)  berechnet, der Umsatz und Kapital miteinander vergleicht. Ein großer Kapitalumschlag steht für eine hohe Rendite. Erwirtschaften Sie mit einer Bilanzsumme (Kapitaleinsatz) von 3 Millionen Euro einen Umsatz von 9 Millionen Euro, so beträgt die Kapitalumschlagshäufigkeit 3.

Auf der Grundlage von Umsatzrentabilität und Kapitalumschlag lassen sich weitere Kennzahlen ermitteln, mit denen Sie Planrechnungen durchführen können, die Ihnen bei der realistischen Einschätzung der wirtschaftlichen Möglichkeiten Ihres Unternehmens behilflich sind.

Rentabilität steigern

Bei Kürzung des Umsatzes aus den beiden genannten Kennziffern ergibt sich der ROI-Wert als Verhältnis von Gewinn und Kapital. Eine Verbesserung des ROI setzt also eine Optimierung von Umsatzrentabilität und/oder Kapitalumschlag voraus. Bei branchenbedingt hohem Kapitaleinsatz (beispielsweise in der Stahlindustrie) lässt sich der ROI vornehmlich über die Umsatzrendite steuern, während sich weniger kapitalintensive Dienstleistungsunternehmen vorzugsweise um eine Optimierung ihres Kapitalumschlags bemühen.

Umsatzrentabilität steigern

Durch welche Maßnahmen können Sie nun die Umsatzrentabilität steigern? Eine Sensitivitätsanalyse gibt Ihnen Aufschluss. Verändern Sie in 10-Prozent-Schritten die Werte Ihrer Rentabilitätstreiber. So erkennen Sie die Auswirkungen auf die Rentabilität. Durch Kostenreduzierungen und Preiserhöhungen lässt sich die Umsatzrendite besonders zeitnah beeinflussen. ROI-Verbesserungen durch Umsatzsteigerungen, die zudem häufig höhere variable Kosten auslösen, lassen sich schwerer realisieren.

Kapitalumschlag steigern

Auf der Aktivseite Ihrer Bilanz stehen Ihre gesamten Investitionen. Unterteilen Sie das Vermögen nach Anlage- und Umlaufvermögen. Eine Feingliederung des Vermögens beispielsweise nach einzelnen Aktivposten wie Grundstücke, Fuhrpark, Software, Lizenzen, EDV, etc. kann sinnvoll sein. Führen Sie eine Sensitivitätsanalyse durch – so sehen Sie die Auswirkungen auf den Kapitalumschlag.

copyright BPF Best Practice Forum GmbH

Unsere Empfehlung

Partner

Genrich & Werner GmbH & Co. KG

Torsten Genrich
Wasserbreite 16
32257 Bünde

Fon: +49 (0)5223/ 1793-0
Fax: +49 (0)5223/ 1793-23

Genrich & Werner GmbH & Co. KG

Drucken