04.04.2019

Unternehmer lernen vom Olympiasieger

Ex-Boxprofi Torsten May zu Gast beim Netzwerktreffen des OWL-Mittelstandsportals in Bad Oeynhausen

Stolze Trophäensammlung: Torsten May (2. von rechts) berichtete beim vergangenen Netzwerkabend in Bad Oeynhausen aus seiner bewegten Boxkarriere. Eingeladen hatten Jörg Kemminer, Direktor Firmenkundenbank bei der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford, sowie die Regionalgeschäftsführer der Barmer, Jan Lorenz und Torsten Arning (von rechts).

Die Bilanz spricht für sich: 130 Siege aus 155 Amateurkämpfen, Amateur-Weltmeister, Olympiasieger und Profi-Europa- und Intercontinental-Champion: Im Boxsport hat Torsten May fast alles erreicht. Und auch nach seiner erfolgreichen Karriere als Sportler glänzt der frühere Halbschwergewichtler als erfolgreicher Boxtrainer und Leiter der eigenen Boxschule in Köln. Nebenbei ist May auch noch Markenbotschafter der Barmer-Krankenkasse und wirbt seit zehn Jahren in dieser Funktion für den Sport und eine gesunde Lebensweise. Im Rahmen des zurückliegenden Netzwerkabends unseres Mittelstandsportals sprach May im Talk mit Moderator Dr. Michael Peschke vor rund 40 Gästen im Veranstaltungspavillon der Volksbank in Bad Oeynhausen über seine bewegte Karriere. Unter dem Motto „Fit und erfolgreich – lernen von Olympiasiegern“ hatte May auch wichtige Tipps für die anwesenden Geschäftsleute parat.

Etwa 60 bis 70 Prozent im Boxen mache die mentale Fitness, also die Kopfarbeit aus, erklärte May, der selbst bereits früh auch mit Sportpsychologen zusammengearbeitet hatte und dafür damals noch skeptische Blicke erntete. Doch: „Wenn der Kopf nicht stimmt, wenn du in der Birne nicht klar bist, wird das nichts“, so der Goldmedaillengewinner von Barcelona 1992. Der große Leistungsdruck und die Angst zu versagen, begleiteten ihn seine gesamte Karriere, die im Alter von sieben Jahren mit einem ersten Wettkampf begann und ihn über die harte Kaderauswahl in der DDR bis hin zur Weltspitze führte.

„Diesen Druck gibt es aber überall – es gibt in jeder Branche Gegenwind“, erklärte May. Sein Tipp für die anwesenden Zuhörer: „Konzentrier dich auf deine Stärken. Lerne mit Rückschlägen umzugehen und ziehe deine Schlüsse daraus. Alles hat seine Zeit. Man muss nur wissen, wohin man will und immer am Ball bleiben – sich zum Beispiel stets weiterbilden“, so May. „Aber je größer der Erfolg, umso mehr musst du dich auch quälen, um diesen zu bestätigen.“ Bestes Beispiel im Sport sei sein Amateur-Weltmeistertitel gewesen, den er quasi als Nobody gewann. Ein Jahr später bei der Olympiade kannte ihn jeder und es war umso schwerer, sich erneut zu beweisen.

„Im Finale habe ich mich gefühlt, wie ein Raubtier. Ich wusste: Du musst ganz klar zeigen, du willst diese Goldmedaille mit nach Hause nehmen und musst die Punktrichter überzeugen.“ Die eiserne Disziplin und der Wille zahlten sich aus und am Ende stand Torsten May als Olympiasieger vor tausenden Zuschauern in der umgebauten Stierkampfarena von Barcelona. Diesem Erfolg hatte er alles untergeordnet. „Ich war aber sehr fokussiert auf meine fünf Kämpfe. Von Barcelona oder dem Leben im olympischen Dorf habe ich nicht viel mitbekommen. Aber es war eine tolle Erfahrung. Der Umgang im Team war sehr herzlich und es war toll, Leute wie Boris Becker, Michael Stich, Steffi Graf oder auch die US-Basketballer um Michael Jordan zu sehen, die man sonst nur aus dem Fernsehen kannte“, erklärte May den interessiert lauschenden Gästen.

Natürlich gab es auch Rückschläge in seiner Karriere. So brachte ihm eine Niederlage auch schonmal einen einwöchigen Krankenhausaufenthalt wegen einer Gehirnerschütterung ein. Die erste Profi-WM-Chance 1996 auf Mallorca vor 10 Millionen RTL-Zuschauern verlor May gegen den US-Amerikaner Adolpho Washington nach Punkten – eine große Enttäuschung, die erst drei Jahre später mit dem Gewinn des IBF-Intercontinental-Titels gegen eben jeden Adolpho Washington wieder ausgemerzt werden konnte.

„Dieses Spiel Mann gegen Mann, Frau gegen Frau ist wie ein Lebenskampf. Man muss stets hart an sich arbeiten. Doch wenn man sich Stück für Stück verbessert und seine Ziele erreicht hat, macht einen das stolz und das gibt Selbstbewusstsein für das ganze Leben“, erklärte May die Faszination des Boxsports. Eine Bestätigung hierfür erhielt der Ex-Profi bereits am Nachmittag vor der Veranstaltung bei einem Besuch des Herforder Boxsport-Clubs. Hier führte der gebürtige Sachse eine Trainingseinheit mit dem Nachwuchs durch und nahm sich auch ausreichend Zeit für Fotos und Autogramme.

Die Jugendlichen waren begeistert. „Diese tolle Erfahrung zeigt: Boxen kennt keine Grenzen. Da sind alle gleich. Die große Chance von Sport allgemein ist, die Menschen zusammenzubringen. Du durchlebst Höhen und Tiefen und kommst in Gefühlswelten, die erlebst du nur im Sport. Das kann auch schwierige Menschen wieder auf die richtige Bahn bringen“, so Torsten May abschließend.

Informationen zu den kommenden Netzwerktreffen mit freiem Eintritt gibt es im Veranstaltungskalender.

Volksbank Bad Oeynhausen-Herford eG

Jörg Kemminer
Prokurist / Direktor Firmenkundenbetreuung
Werrestraße 67
32049 Herford

Fon: 05221 2801-1282
Fax: 05221 2801-1555

Volksbank Bad Oeynhausen-Herford eG

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