07.05.2019

Resilienz

Wie Sie zum Mentalitätsmonster werden

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Wer im Business erfolgreich sein möchte, der muss auch Rückschläge, Flops und persönliche Niederlagen nicht nur wegstecken, sondern auch gestärkt aus solchen Krisen herausgehen können. Nie aufgeben, ist auch ein Credo von Jürgen Klopp, der sein damaliges BVB-Team nach einer nicht für möglich gehaltenen Aufholjagd als Mentalitätsmonster bezeichnet hat. Die dafür nötige psychische Widerstandskraft nennen Experten auch Resilienz. Ein Beispiel dafür ist Uli Hoeneß, der nach seiner Haftstrafe und einem medialen Spießrutenlauf schnell wieder der starke Mann beim FC Bayern München geworden ist. 

Gesund bleiben dank Schutz- und Selbstheilungskräften

Resilienz (von lat. resilire ‚zurückspringen, abprallen‘) ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie als Anlass für neue Entwicklungen zu nutzen. Krisen, so das Deutsche Resilienz-Zentrum an der Universität Mainz, sind große mentale oder körperliche Belastungen, unter anderem in der Arbeitswelt, die das Potenzial haben, dauerhaft krank zu machen. Einem resilienten Menschen gelingt es aber, seine Schutz- und Selbstheilungskräfte in der Krise so zu mobilisieren, dass er nicht oder nur vorübergehend krank wird. Seine Psyche ist belastbar und elastisch.

Resilienz-Faktoren trainieren

Seinen Ursprung hat das Konzept der Resilienz in entwicklungspsychologischen Forschungen in den 1950er Jahren in den USA. Dort untersuchte man, warum viele Kinder, die unter äußerst schwierigen Belastungen wie Armut, Gewalt oder Drogen aufwuchsen, es dennoch schafften, als Erwachsene ein gelingendes Leben zu führen. Aktuelle Forschungen gehen heute davon aus, dass Resilienz keine konstante Charaktereigenschaft ist. Ähnlich wie das Immunabwehrsystem kann die psychische Widerstandskraft präventiv gefördert und beim Durchleben akuter Krisen auch gestärkt werden.

Trainieren Sie die Resilienz-Faktoren

  • Optimismus: Blicken Sie positiv auf die Verhältnisse: Das Glas ist halb voll, nicht halb leer!
  • Selbstwirksamkeit: Warten Sie nicht auf Glück oder Zufall. Besinnen Sie sich auf Ihre eigenen Kräfte, etwas zu bewirken. Aktivieren sie alte, schaffen Sie neue Wirksamkeitserfahrungen, ob im Beruf oder außerhalb.
  • Emotionsregulation: Kontrollieren Sie Ihre Emotionen und Handlungen – so gehen Sie besonnener und strategischer ans Werk und können Ihre Energien auf die Krisenbewältigung konzentrieren.
  • Lösungsorientierung: Fixieren Sie nicht das Problem, sondern mögliche Lösungswege. Mit Optimismus, Selbstwirksamkeit und Emotionsregulierung sind Sie dazu bereits gut gerüstet.
  • Netzwerkorientierung: Pflegen und nutzen Sie Ihre sozialen Ressourcen. Lassen Sie sich von Familie, Freunden und Gemeinschaften auffangen und stützen. Bitten Sie die Menschen in Ihrem Umfeld aktiv um Unterstützung.
  • Akzeptanz: Akzeptieren Sie diejenigen Folgen der Krise, die unabänderlich sind.
  • Zukunftsplanung: Planen Sie die Zukunft nach der Krise. Wie sollte sie aussehen? Wie können Sie eine ähnliche Krise nach Art oder Ausmaß verhindern? Was sind Ihre neuen oder alten Ziele, die sie dann erreicht haben möchten?

Es soll an dieser Stelle nicht der Eindruck entstehen, Krisen seien per se unvermeidbar und der arbeitende Mensch habe keine andere Wahl als die Anpassung. Betreiben Sie umsichtige Krisenprävention, lernen Sie aus jeder Krise und achten Sie als Chef auf gesundheitsförderliche Arbeits- und Führungsstrukturen.

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