Was arbeitsrechtlich möglich ist

Kontrolle im Homeoffice

© marjan4782 - stock.adobe

Kurz einkaufen, die Wäsche bügeln oder die Sonne auf dem Balkon genießen – Homeoffice kann verführerisch sein. Dabei wollte man eigentlich arbeiten. Nach einer Umfrage des Bitkom - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. - geben jedoch die meisten Beschäftigten an, im Homeoffice effektiver zu arbeiten als im Büro. Auch viele Arbeitgeber bewerten das so. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, mag manch ein Vorgesetzter denken. Was ist an Kontrolle erlaubt? Was geht zu weit?

Pflichten des Arbeitnehmers

Jeder Beschäftigte muss seine Pflichten aus dem Arbeitsvertrag erfüllen – das gilt auch im Homeoffice. Wer dagegen regelmäßig verstößt und während der Arbeitszeit z. B. privat im Internet surft oder etwa einer anderen Tätigkeit nachgeht, riskiert eine Abmahnung und gegebenenfalls eine Kündigung. Der Arbeitgeber muss das jedoch beweisen.   

Überwachungssoftware

Der Vorgesetzte kann zwar bei seinen Mitarbeitern vorbeigehen und schauen, ob sie zu Hause sind. Doch Einlass in die Wohnung und ein Blick auf den Computer muss ihm nicht gewährt werden. Das Weisungsrecht des Arbeitgebers endet an der Wohnungstür.

Kontrolle geht heute mit Überwachungssoftware jedoch viel einfacher. Sogenannte Keylogger oder Monitoring-Tools zur Überwachung der Mitarbeiter erfreuen sich auch hierzulande immer größerer Beliebtheit. Mit ihnen können Maus- und Tastenbewegungen am Rechner oder das Surfverhalten im Internet kontrolliert werden. Beim Einsatz ist aber Vorsicht geboten. Eine verdeckte Kontrolle ins Blaue hinein ist verboten. 

Ratgeber jetzt gratis herunterladen

Rechtliche Grenzen

Grundsätzlich verstößt die Mitarbeiterüberwachung gegen den Datenschutz und die individuellen Rechte der Mitarbeiter/innen. Die Mitarbeiterüberwachung ist ein Grundrechtseingriff und muss daher immer verhältnismäßig sein. Da bei der Mitarbeiterüberwachung auch immer personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, müssen Mitarbeiter/innen zuvor genau aufgeklärt werden und ihre Einwilligung geben. Auch die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates sind zu beachten. Eine dauerhafte Mitarbeiterüberwachung ist verboten. Das hat das Bundesarbeitsgericht bereits 2017 entschieden. Der verdeckte Einsatz ist nur erlaubt, wenn der begründete Verdacht einer Straftat besteht.

Ausnahme bei Verdacht

Eine pauschale Verdächtigung getreu dem Motto, dass die Mitarbeiter/innen im Homeoffice sowieso kaum arbeiten, reicht nicht. Besteht aber der konkrete Verdacht, dass sie den betriebseigenen Rechner trotz Untersagung umfangreich für private Zwecke nutzen, darf der Arbeitgeber den Browserverlauf auswerten. Der verdeckte Einsatz von Keyloggern ist nur erlaubt, wenn der Verdacht einer Straftat oder schweren Arbeitsvertragsverletzung wie z. B. Arbeitszeitbetrug besteht.

Arbeitszeiterfassung

Arbeitnehmer sind grundsätzlich verpflichtet, ihre Arbeitszeit zu erfassen. Das gilt auch im Homeoffice und auch ohne ausdrückliche Vereinbarung. Arbeitgeber können und müssen die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter erfassen können. Daher ist eine Auswertung der Login-Daten zulässig.   

copyright BPF Best Practice Forum GmbH

Best-Practice-Beispiele

31.07.2021

RPA - Robotic Process Automation

UiPath, München

alle News

Video-Vorträge | Best Practice Show

15.07.2021

Direktvertrieb heute

Direct-to-Consumer (D2C)

22 Min.

15.06.2021

Smarte Verkaufsorte

Digital am Point-of-Sale

22 Min.

alle Videos