Risiken jetzt absichern

Forderungsausfälle

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Wohl niemand hätte sich je so eine Krise vorstellen können, wie wir sie seit über einem Jahr erleben. Es ist ein Jahrhundertereignis, das aber die Bedeutung von Risikomanagement wieder in das Bewusstsein gebracht hat. Das ist gut so, zumal neue Risiken in nächster Zeit auf die Unternehmen zukommen, wie z. B. Forderungsausfälle und Insolvenzverschleppung, aber auch Haftungsrisiken.

Was ist hiermit konkret gemeint?

Viele Unternehmer*innen wägen sich in Sicherheit durch die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht. Diese Ausnahmeregelung besteht allerdings nur für einen Bruchteil der Unternehmen. Versäumt jemand den Insolvenzantrag aus Unkenntnis der Rechtslage rechtzeitig zu stellen, gerät man sehr schnell in die Falle der persönlichen Haftung und der Rechtsverfolgung wegen Insolvenzverschleppung.

Schutzschirm verlängert

Um die Wirtschaft zu stützen, haben sich die Bundesregierung und die Kreditversicherer darauf verständigt, den bestehenden Schutzschirm in Höhe von 30 Mrd. Euro bis Ende Juni 2021 zu verlängern. Angesichts der enormen Bedeutung der Warenkreditversicherungen für die Aufrechterhaltung der Lieferketten, hat die Politik bereits im April 2020 die Kreditversicherungen mit einem Schutzschirm unterstützt. Danach übernimmt der Bund die Entschädigungszahlungen der Kreditversicherer an die Versicherten, die vor der Corona-Krise keine Probleme hatten. Sie werden seitdem bonitätsmäßig so gestellt, als gäbe es keine Krise.

Bonitätsinformationen einholen

In der Corona-Krise werden verlässliche Bonitätsinformationen über aktuelle und potenzielle Kunden wichtiger. Die teilweise Aussetzung der Insolvenzantragspflicht birgt die Gefahr, dass sogenannte Zombieunternehmen künstlich am Leben gehalten werden. Denn wenn eigentlich zahlungsunfähige und überschuldete Unternehmen nicht aus dem Markt ausscheiden (sollen) und weiterhin am Wirtschaftsverkehr mit ihrer schlechten Bonität teilnehmen dürfen, können sie durch Forderungsausfälle sehr schnell auch gesunde Unternehmen infizieren.

Zahlungsverzug nimmt zu

Das Zahlungsbarometer des Kreditversicherers Atradius zeigt, dass in der Corona-Krise die Zahl der offenen Rechnungen im Mittelstand steigt. Mehr als die Hälfte der 4.000 befragten Unternehmen berichten von Zahlungsverzügen. Die durchschnittlichen Zahlungsziele liegen inzwischen bei 92 Tagen. Vor der Pandemie waren es dagegen lediglich 22 Tage. Dieser Anstieg zeigt das großzügige Entgegenkommen vieler Lieferanten, aber auch die sinkende Bonität vieler Unternehmen. Für Lieferanten kann sich daraus wiederum eine Liquiditätskrise mit Auswirkungen auf die gesamte Lieferkette ergeben.

Zahlungsausfälle vermeiden

Ein effizientes Forderungsmanagement ist jetzt besonders wichtig. Dazu gehört ein aussagekräftiges Berichtswesen, das alle Forderungsbestände dokumentiert. Dies sollte mit einer Finanz- und Liquiditätsplanung verknüpft sein, damit Sie im Ernstfall rechtzeitig gegensteuern können.

Um die Zahlungseingänge zu beschleunigen, sollten Sie Ihre Rechnungen zeitnah nach der Leistungserbringung schreiben. Setzen Sie ein konkretes Zahlungsziel (z. B. zahlbar bis zum 31.03.2021) und kontrollieren Sie die Zahlungseingänge. Scheuen Sie nicht davor zurück, Ihre säumigen Kunden frühzeitig zu mahnen. Erfahrungsgemäß zahlen die meisten Kunden bereits nach der ersten Mahnung. Sichern Sie Ihre Forderungen ggfs. mit einer Warenkreditversicherung ab. Bei wiederholtem Zahlungsverzug ist Vorkasse eine probates Zahlungsmethode. Im Zweifel sollten Sie sich von Kunden trennen, die immer wieder in Verzug geraten.  

Creditreform kann viel für Sie tun. Als externer Inkasso-Partner übernimmt Creditreform für Sie das Forderungsmanagement, wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und eigener Beitreibungsversuchen Ihre Rechnungen unbezahlt geblieben sind.

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06.12.2021

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