Wie Sie mit digitalen Lösungen Geld verdienen

Smarte Geschäftsmodelle

© photon_photo - stock.adobe

Ein Geschäftsmodell ist die Art und Weise, wie Sie in Ihrem Unternehmen Geld verdienen möchten, und zwar nicht nur einmalig, sondern stabil. Diese Frage ist strategisch. Sie sollten Sie sich regelmäßig stellen und beantworten. Der Begriff „smart“ bedeutet ursprünglich „gewandt, gewitzt“ und wird in Zeiten der Digitalisierung aber mehr und mehr als Synonym für „digital“ benutzt. Es geht also um Geschäftsmodelle rund um die Digitalisierung. Angestrebt werden dabei häufig Abo-Modelle mit vertraglicher Bindung und wiederkehrenden Erlösen.

Geschäftsmodell Daten

Kundendaten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Eine clevere Strategie ist es daher, aus digitalen Anwendungen generierte Daten eigenständig zu vermarkten. Google-Maps gilt hier als Datensammler Nr. 1. Beim Automobilzulieferer HELLA aus Lippstadt wurde ein sogenannter SHAKE-Sensor entwickelt, der im Radkasten über den Rädern von Porschefahrzeugen den Straßenzustand misst. Die Daten in Echtzeit könnten zu einer Straßenzustandskarte (bei Nässe) aggregiert und eigenständig vermarktet werden. Durch Daten entstehen Produkte aus dem Nichts.

Plattformen

Plattformen und Apps sind der Tummelplatz vieler Startups weltweit. Sie schaffen digitale Angebote mit begrenzten Investitionen. Vermittlungsplattformen wie AirbnB oder Lieferando bringen Angebot und Nachfrage häufig auf eine neue Art zusammen. Netzwerk-Plattformen organisieren örtliche Dienstleister und vermarkten unter einer neuen Marke. Dazu zählen auch der bundesweit agierende Heizungsbauer Thermondo aus Berlin (thermondo.de). Apps auf Basis von Künstlicher Intelligenz bieten neue Dienstleistungen, wie z. B. Plantix (plantix.net) zur Überwachung von Pflanzenkrankheiten.

Ratgeber jetzt gratis herunterladen

Over-the-Air-Updates

Software-Updates „über die Luft“ sind der neueste Schrei in der Digitalisierung. Vorreiter von Over-the-Air (OTA) ist Tesla. Der E-Autobauer aus den USA verdient nicht nur am Autoverkauf, sondern auch laufend an der Aktualisierung der Software. Dafür müssen die Kunden nicht in die Werkstatt fahren. Sie erfolgt über Nacht online. Im Trend liegt auch, dass ein Auto voll funktionsfähig mit allen Features ausgeliefert wird. Digital frei geschaltet werden aber nur die gekauften Funktionen. Über eine App können Kunden dann jederzeit dazubuchen.

Elon Musk denkt jedoch schon weiter. Er sagt voraus, dass seine Kunden in einigen Jahren ihre autonom fahrenden Tesla-Modelle als Robotaxi per App vermieten können. Das bedeutet, dass Sie mit einem Tesla Geld verdienen können, wenn Sie Ihr Auto nicht benötigen. Autos werden dann natürlich teurer. Elon Musk verdient daran immer mit. Für Privatpersonen wird ein Tesla dann vermutlich nicht mehr erschwinglich sein.

Equipment-as-a-Service (EaaS)

Abo-Modelle halten auch Einzug im Maschinenbau. Hersteller von Equipment, Maschinen und Geräte verkaufen dann nicht mehr ihre Produkte, sondern als Betreiber kundenrelevante Ergebnisse. Die Abrechnung erfolgt auf Nutzungsbasis (Pay per Use) oder Ergebnisbasis (Pay per Outcome). EaaS geht über klassisches Leasing hinaus. Geboten wird nicht nur die Finanzierung, sondern auch eine betriebliche Verantwortung im Full-Service. So verkauft z. B. KAESER aus Coburg nicht mehr nur Kompressoren, sondern Druckluft als Ergebnis. Die Lösung des Unternehmens heißt Sigma Air Utility.

copyright BPF Best Practice Forum GmbH

Jetzt Netzwerkpartner werden!

Branchenbucheintrag auf mittelstand-ostwestfalen.de sowie Zugang zur Mediathek der Best Practice Show mit Video-Vorträgen und vielen Praxisbeispielen.

Jetzt buchen!

Best-Practice-Beispiele

18.06.2021

Innovationen an Kunden kommunizieren

Gelita, Eberbach

alle News

Video-Vorträge | Best Practice Show

15.06.2021

Smarte Verkaufsorte

Digital am Point-of-Sale

22 Min.

15.05.2021

Verkaufen über alle Sinne

Sensorisches Marketing (Teil 2)

18 Min.

alle Videos