01.02.2018

Entziehung der Fahrerlaubnis

Strafe für Verkehrssünder

© Sven Grundmann - Fotolia

Für Fehlverhalten im Straßenverkehr kann ein Bußgeld oder sogar ein Strafurteil mit Geld- oder Freiheitsstrafe verhängt werden. Damit nicht genug: Als Verkehrssünder darf man womöglich eine Weile nicht mehr Auto fahren. Die mildere Variante ist das vorübergehende „Fahrverbot“. Bei gravierenden Verstößen droht jedoch die „Entziehung der Fahrerlaubnis“ – mit deutlich weitreichenderen Folgen. Was Sie wissen sollten.

Mit oder ohne Verurteilung wegen einer Straftat

Die Entziehung der Fahrerlaubnis kann in zwei Fällen erfolgen. 

  • im Verwaltungsverfahren durch die Fahrerlaubnisbehörde, wenn Ihr Fehlverhalten nicht als Straftat gilt; Beispiel: Sie werden wiederholt bei einer Alkoholkontrolle erwischt oder haben mehr als 8 Punkte in Flensburg angesammelt;
  • im Strafverfahren durch das Gericht, wenn Sie wegen einer Verkehrsstraftat verurteilt wurden Sie haben etwa durch eine Alkoholfahrt einen Personenschaden verursacht oder Unfallflucht begangen.

Die Entziehung der Fahrerlaubnis soll vor allem verhindern, dass Sie Ihr Verhalten fortsetzen und damit die Verkehrssicherheit (weiter) gefährden.

Unterschied zum Fahrverbot

Das Fahrverbot ist das vorübergehende Verbot, von der Fahrerlaubnis Gebrauch zu machen. Es dauert (nur) ein bis drei Monate und kann von der Fahrerlaubnisbehörde zusätzlich zum Bußgeld etwa für zu schnelles Fahren oder das Überfahren einer roten Ampel verhängt werden. In der Regel dürfen Sie das Fahrverbot zu einem gewählten Zeitpunkt innerhalb von vier Monaten antreten. Nach Beendigung der Verbotsfrist kann der in amtliche Verwahrung genommene Führerschein wieder abgeholt werden. Auch bei einem Strafurteil ist ein Fahrverbot möglich, gilt dann allerdings sofort.

Die Entziehung der Fahrerlaubnis ist dagegen zwingend, wenn sich der betroffene Fahrer durch sein Verhalten als „ungeeignet“ erweist, ein Kraftfahrzeug zu führen. In diesen Fällen muss die Behörde die Erlaubnis, ein Fahrzeug zu führen, entziehen, und zwar dem Grunde nach endgültig. Als Betroffener bekommen Sie die Fahrerlaubnis nur auf Antrag nach einer längeren Sperrfrist zurück, die in der Regel von sechs Monaten bis fünf Jahre dauern kann. Manchmal wird dem Neuantrag nur unter Voraussetzungen stattgegeben. Hierzu gehört etwa die bekannte Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU).

Die wichtigsten Fälle von fehlender Eignung

Im Verwaltungsverfahren droht in diesen Fällen die Entziehung der Fahrerlaubnis:

  • körperliche und geistige Beeinträchtigungen, z.B. nicht kompensierbare Seh- oder Altersschwäche oder Geistes- oder Nervenkrankheiten;
  • charakterliche Mängel: Alkohol- oder Drogenkonsum, erhebliche oder wiederholte Verstöße gegen Verkehrsvorschriften.

Im Strafprozess wird bei folgenden Taten von einer fehlender Eignung des Fahrers ausgegangen:

  • Gefährdung des Straßenverkehrs,
  • Trunkenheit im Verkehr,
  • Unfallflucht,
  • Vollrausch bei Begehen der vorgenannten Taten.

Sobald Ihnen ein Fahrverbot oder die Entziehung der Fahrerlaubnis droht, sollten Sie einen versierten Anwalt hinzuziehen. Denn wie immer kommt es auf die Details des Einzelfalls, Ihr bisheriges Verhalten und natürlich Fristen an. Vielleicht heißt es am Ende ja dann doch noch: „Weiterhin gute Fahrt."

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